Die Entstehung des Muotitaler Alpchäsmärchtes

Der Muotitaler Alpchäsmärcht wurde von einigen initiativen Älplern im Jahr 1996 ins Leben gerufen. Die Idee war damals, den Muotitaler Alpkäse einem breiteren Publikum bekannt zu machen und die Direktvermarktung vermehrt zu fördern. Die Initianten waren damals mit dem traditionellen Abnehmer von Alpkäse aus dem Kanton Schwyz, der Toni Molkerei, bzw. der Swiss Dairy Food (SDF), nicht mehr zufrieden und befürchteten zurecht, dass dieser Abnehmer auf längere Sicht nicht mehr zuverlässig ist.

An einer Orientierungsversammlung, zu der alle Älpler von Muotathal eingeladen wurden, präsentierte Marzell Gwerder die Idee eines Alpchäsmärchtes. Dabei wurde klar, dass die Initianten nicht nur bei den Sennen Unterstützung fanden, sondern bei allen Älplern. Darauf hin wurde die Interessengemeinschaft Alpchäsmärcht Muotathal gegründet. Als erster Präsident amtete Marzell Gwerder, Starzlen. Im weiteren waren im OK tätig: Theo Pfyl, Gwerd; Alois Föhn, Neuhundenen; Simon Schelbert, Steinweid; Stefan Gwerder, Selgis; Karl Betschart, Obermatt und Felix Schmidig, Wehristrasse. An etlichen Sitzungen wurde so der 1. Muotitaler Alpchäsmärcht organisiert.

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Das Konzept sah vor, einen Markt mit Unterhaltung und Festwirtschaft zu schaffen. Dank der guten Infrastruktur konnte der Alpchäsmärcht in der Mehrzweckhalle (MZH) durchgeführt werden. Damit war der Chäsmärcht nicht wetterabhängig und so konnte ein Datum im Spätherbst gewählt werden. Der Muotitaler Alpchäsmärcht findet seit Beginn immer am letzten Sonntag im Oktober statt.

Seit dem wurde der Markt laufend erweitert und ausgebaut, ohne das Hauptziel, die Vermarktung des Alpkäses, je aus den Augen zu verlieren. Es soll kein Jahrmarkt werden, aber neben der Präsentation und des Verkaufes von Alpkäse kann auch der Landwirtschaft nahestehendes Gewerbe seine Produkte ausstellen und verkaufen. Zum Rahmenprogramm gehört auch seit Beginn weg ein Streichelzoo, die Käsefabrikation und eine Tombola, die heute einen Gesamtwert von mehr als Fr. 10'000.00 erreicht hat.

1999 wurden erstmals Gäste aus einer anderen Region eingeladen, die ihre Produkte, vor allem Wein, Obst und Gemüse, verkaufen konnten. So konnte zum einen die Produktevielfalt vergrössert werden und zum anderen konnten diese Gäste in ihren Regionen für den Chäsmärcht Werbung machen und neues Publikum ansprechen. In der Festwirtschaft der MZH waren 1996 rund 600 Sitzplätze vorhanden. Dank der regen Teilnahme der Alpsennen und dem grossen Besucheraufmarsch musste im Jahr 2000 auch das Erdgeschoss des Oberstufenschulhauses (OSH) in den Chäsmärcht integriert werden. Mit dieser Neuerung war es möglich rund 30 Ausstellern Platz zu bieten und die Sitzplätze in den Festwirtschaften auf rund 850 zu erhöhen. Die neue Festwirtschaft in der Aula des OSH wird vom Skiclub Muotathal in eigener Regie geführt. Sie setzen den Reingewinn vor allem für die Nachwuchsförderung ein.

Im Jahr 2003 wurde zum erstenmal ein Zelt im Freigelände aufgestellt, um den weiter gestiegenen Platzbedarf zu decken und den Besuchern bei schlechtem Wetter mehr Schutz zu bieten. Im Zelt befindet sich nun die Show-Käseherstellung und rund 150 Sitzplätze. Somit können am Muotitaler Alpchäsmärcht rund 1000 Sitzplätze angeboten werden.

Um viele Besucher an den Alpchäsmärcht zu locken, wurde von Anfang an ein Prospekt gedruckt, den die Älpler während des Sommers an Wanderer, Besucher und Kunden abgaben. Mit diesem System konnte mit wenig Kosten eine sehr grosse Streuung der Broschüre erreicht werden. Der Prospekt wird mittlerweile in einer Auflage von 15'000 Exemplaren gedruckt und verteilt. Daneben werden auch Inserate und Werbespots gemacht. Seit neuestem organisiert das OK für Vereine oder andere interessierte Gruppen ganze Tagesprogramme, welche aus der Besichtigung eines Gewerbe- oder Landwirtschaftsbetriebes und des Besuches des Alpchäsmärchtes besteht.

Am 1. Muotitaler Alpchäsmärcht 1996 wurden die Alpsennen von geschätzten 3000 Besuchern total überrascht und seitdem ist die Besucherzahl stetig gestiegen. So war es möglich stetig zu wachsen und die Wertschöpfung des Alpkäses im Tal zu behalten. Am 1. Muotitaler Alpchäsmärcht wurde ca. 1 Tonne Alpkäse verkauft. Im Jahr 2004 waren es über 5 Tonnen oder anders gesagt, etwa 15% der Alpkäseproduktion. Mittlerweile ist der Muotitaler Alpchäsmärcht nicht nur für die Alpsennen zu einem Grossanlass herangewachsen sondern er ist auch für weitere Gewerbekreise von grosser Bedeutung.

Aus dem Erlös der Festwirtschaft und der Tombola des Chäsmärchtes kann die IG Alpchäsmärcht Muotathal Käseetiketten, Tragtaschen und Käsepapier kaufen und gratis den Älplern abgeben. Somit wird ein einheitliches Auftreten beim Verpackungsmaterial erreicht.

Zum 10-Jahr-Jubiläum wurde im Jahr 2005 der Alpchäsmärcht erstmals an zwei Tagen durchgeführt. Der grosse Besucheransturm konnte sich so eher verteilen und die Kunden konnten besser bedient werden. Die Attraktivität des Anlasses konnte weiter gesteigert werden.

Muotitaler Alpchäs, ein Naturprodukt von hervorragender Qualität, der von Alp zu Alp sein eigenes würziges Aroma hat und welches am Alpchäsmärcht an jedem Alpkäsestand degustiert werden kann.