zurück zum Presseinhaltsverzeichnis
 
Auf Theo Pfyl folgt Othmar Schelbert als Präsident
 
An der Generalversammlung des Alpwirtschaftlichen Vereins des Kantons Schwyz wurde Othmar Schelbert zum Nachfolger des langjährigen Präsidenten Theo Pfyl gewählt. Vier Älpler wurden mit einer Urkunde geehrt, da sie an zehn Alpkäseprämierungen eine sehr gute Qualität erzielt hatten.
 
Von Guido Bürgler / (gb)
 
BENNAU.- Der Präsident des Alpwirtschaftlichen Vereins des Kantons Schwyz, Theo Pfyl, konnte am Freitagabend im Restaurant Frohe Aussicht in Bennau eine grosse Anzahl Älplerinnen und Älpler begrüssen. Es war seine letzte GV als Präsident, denn nach 15 Jahren im Amt trat er zurück. Koni Suter, Vorstandsmitglied und milchwirtschaftlicher Berater aus Pfäffikon, würdigte die grossen Verdienste Pfyls. So war unter dessen Leitung 1999 auf der Sternenegg ein Alplehrpfad realisiert worden, und ab dem Jahr 2000 wurde die Alpkäseprämierung erstmals nach einem neuen System durchgeführt. So wählte die Versammlung Theo Pfyl, Ried-Muotathal, einstimmig zum Ehrenmitglied und Othmar Schelbert aus Aufiberg zum neuen Präsidenten. Theo Pfyl ist seit 2005 im Vorstand des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes und wird deshalb dem kantonalen Vorstand in beratender Funktion erhalten bleiben. Neu in den Vorstand gewählt wurde Christian Föhn aus Muotathal. Auch wurde er nachträglich mit einem Wanderpreis geehrt, weil er an der letzten Alpkäseprämierung in der Kategorie „Spezialitäten“ gewonnen hatte. Kassier Ruedi Föhn konnte die Jahresrechnung mit einem positiven Resultat abschliessen.
 
Ausflug ins Berner Oberland
 
In seinem Jahresbericht meinte der Präsident: „Ich hoffe, dass sich die Lage des Milchmarktes im Laufe des Sommers erholt, ansonsten kann es sein, dass der Alpkäsepreis unter Druck gerät.“ Auf dem Jahresprogramm 2010 stehen nebst einer Statutenreform, ein Ausflug ins Berner Oberland (10. August) sowie die kantonale Alpkäseprämierung (30. September). Anmeldungen für den Ausflug richte man an Sekretär Noldi Risi, Galgenen, Telefon 055 440 28 19. Bei den Ehrungen kam es heuer zu einer Premiere: Erstmals erhielten jene Älpler eine Urkunde, die anlässlich von zehn Alpkäseprämierungen, achtmal mindestens einen Durchschnitt von 19,25 Punkten erreicht hatten. Dies sind: Hans Ruhstaller, Alp Duhli (Studen); Simon Schelbert, Alp Tor (Muotathal), Heiri Schelbert, Alp Zingel (Muotathal) sowie Melk Suter, Alp Rothenbalm (Muotathal). „Die Urkunde bestätigt die langjährige sehr gute Alpkäse-Qualität und keine Glückstreffer“, stellte Koni Suter klar, der regelmässig Alpkäserkurse durchführt und den Älplern seit vielen Jahren mit Rat und Tat zur Seite steht.
 
Eingabe ans Veterinäramt
 
Die Versammlungsteilnehmer beschlossen, ans Veterinäramt der Urkantone eine Eingabe zu machen. Konkret verlangen die Älpler, dass bei der Umsetzung der neuen Tierschutzvorschriften, bei bestehenden Alpstallungen die bisherigen „Barnen“-Masse beibehalten werden können. Nach dem offiziellen Teil begrüsste die Präsidentin der Sektion Einsiedeln, Heidi Kälin, die Anwesenden. Bei Kaffee und Kuchen – gespendet von der Sektion Einsiedeln – und zu Schwyzerörgelimusik (Mirjam Bisig/Benno Trinkler/David Marty) nutzten die Älpler die Gelegenheit für Gespräche mit Berufskollegen.
 
Wolfs-Konzept und Herdenschutz
 
Im Zweiten Teil der GV standen zwei Referate auf dem Programm. Zuerst informierte Claudine Winter, Vorsteherin des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei, den Stand der Dinge betreffend Wolfs-Konzept im Kanton Schwyz. Viel Neues könne sie dazu noch nicht sagen, meinte Winter, weil das Wolfs-Konzept noch von der Regierung genehmigt werden müsse. Das Konzept sei ein Hilfspapier, wie man mit dem Thema Wolf umgehen soll. In der Vernehmlassung hatten im letzten Herbst neben dem Alpwirtschaftlichen Verein auch die Bauernvereinigung und die Kleinviehzüchter des Kantons Stellung bezogen. Claudine  Winter ersuchte die Älpler, allfällige Beobachtungen eines Wolfes sofort an den zuständigen Wildhüter zu melden. Im Mittelpunkt des zweiten Referates stand der Herdenschutz in der Schweiz. Daniel Mettler von „Agridea“ Lausanne zeigte die Möglichkeiten und Grenzen des Zusammenlebens von Schaf und Wolf auf. Der Fachmann im Herdenschutz erklärte, dass im Jahr 2009 in zehn Kantonen 358 Nutztiere durch Wölfe gerissen worden seien. 180 Herdenschutzhunde seien auf 60 Alpen zum Einsatz gekommen. Erfahrungen zeigten, dass Alpen mit grossen einheitlichen (Schaf)-Herden besser geschützt werden könnten, als Alpen mit verschiedenen kleinen Herden. Nach dem Referat stellten einige Älplerinnen und Älpler kritische Fragen. Es wurde unter anderem gesagt, dass man den Wolf in der Schweiz gar nicht bräuchte. Daniel Mettler zeigte Verständnis für die Bedenken der Älpler gegenüber dem Wolf. „Jedoch wandert dieser – ob wir es wollen oder nicht - von umliegenden Ländern in unser Land ein, insbesondere ins Wallis und von dort weiter Richtung West- und Zentralschweiz.“ Dies hätten DNA-Analysen bestätigt, sagte Mettler.

GV der Schwyzer Älpler:
Vorne links im Bild: der abtretende Präsident Theo Pfyl und sein Nachfolger Othmar Schelbert.
Hinten, von links: Die geehrten Alpkäser Simon Schelbert, Heiri Schelbert,
Koni Suter (milchwirtschaftlicher Berater), Melk Suter und Hans Ruhstaller junior.
Auf dem Bild fehlt das neue Vorstandsmitglied Christian Föhn. Bild Guido Bürgler