Von Alpkäse bis Kräutertee
 
Alpkäse / Am 13. „Alpchäsmärcht“ in Muotathal wurden über 12'000 Besucher verzeichnet. Die 18 Alpsennen konnten 7,8 Tonnen Alpkäse absetzen.
 
Von Guido Bürgler / (gb)
 
MUOTATHAL. Am letzten Wochenende lockte der „Alpchäsmärcht“ über 12‘000 Besucherinnen und Besucher nach Muotathal, das sind so viele wie nie zuvor. War der Besucheraufmarsch schon am Samstag gross, so wurden am Sonntag die Stände der Alpkäser und übrigen Aussteller regelrecht belagert. Alles war prächtig geschmückt und mit viel Liebe zum Detail hergerichtet. Dies war auch zwei Besuchern und „alten“ Kollegen aus dem Kanton Zürich nicht entgangen, die seit einigen Jahren zur Stammkundschaft gehören. So meinte Paul Kümin (68) aus Wädenswil: „Die Stände sind aufwändig geschmückt, und die vielen Fotos geben einen guten Einblick ins Älplerleben.“ Und Peter Studer (65) aus Horgen fügte bei: „Was uns am meisten fasziniert, ist jedoch die ursprüngliche Bevölkerung und das lebendige Brauchtum, auf das man hier noch trifft. Etwas, das es in der städtischen Agglomeration in dieser Art kaum noch gibt.“ Natürlich haben die beiden auch Alpkäse eingekauft und stemmen – fast wie zum Beweis – eine typische Muotitaler-Alpchäs-Tasche in die Höhe.
 
18.50 Franken pro Kilo
 
Alpkäse ist Geschmackssache. Man erhält ihn in recht unterschiedlichen Aromen, je nachdem wo die Alp liegt, auf der er produziert wurde. Eine wichtige Rolle spielt auch das Alter, die Lagerung und die Pflege des Käses. Karl und Rösly Marty aus Schönenberg ZH verrieten, dass sie den Käse immer vom gleichen Älpler beziehen, und dass sie die Älplerfamilie jeden Sommer besuchen. Nun, wie viel bezahlte die Kundschaft am Chäsmärcht für ein Kilo? Die Preise waren einheitlich geregelt. Mengen bis ein Kilo kosteten 19.50 Franken, ab einem Kilo 18.50 Franken, und beim Verkauf eines ganzen Laibes konnten die Älpler den Preis selber bestimmen. Voll im Trend liegen Geisskäse und Spezialitätenkäse (Pfefferkäse), die heuer vermehrt angeboten wurden. Viel Interessantes zu entdecken gabs auch abseits der Käse-Stände. Das Angebot reichte von Bauernhofglace über Muotathaler Fleischspezialitäten bis zu Landi-Produkten, gestickten Glockenriemen, Bergkräutertee und Strohsternen. Vorgeführt wurden das Mosten und Bierbrauen (Stammheimer Hopfentropfen). An einem weiteren Stand wurde über die neue grosse Alpkäserei Pragel/Bödmeren informiert, die sich momentan im Bau befindet.
 
Urchiges Rahmenprogramm
 
Dem Publikum wurde ein bodenständiges Rahmenprogramm mit viel Ländlermusik geboten, und an der reichhaltigen Tombola gabs Preise im Wert von 20'000 Franken zu gewinnen. OK-Präsident und Alpkäser Simon Schelbert äusserte sich nach der Veranstaltung sehr zufrieden: „Es kamen so viele Besucher wie nie zuvor und wir konnten 7850 Kilo Alpkäse absetzen. Das freut uns sehr. Es ist eine gute Entschädigung für den grossen Arbeitsaufwand.“
 
 
Die Familie Suter vom Stoos bot ihren Bergkräutertee an. Bild: Guido Bürgler
 
 
Es wurde fleissig degustiert. Bild: Guido Bürgler
 
 
Paul Kümin (links) und Peter Studer gehören zur grossen Stammkundschaft
des „Muotitaler Alpchäsmärchts“. Bild: Guido Bürgler