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| 150-jährige Treue zur gleichen Alpfahrt |
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| Vor 150 Jahren kaufte Alois Suter („s‘ Länzä Wisi“) die Alpfahrt Grindsblacken-Rotenbalm in Muotathal. Seither blieb sie stets im Familienbesitz, was in der Alpwirtschaft eine Seltenheit ist. |
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| Von Guido Bürgler / (gb) |
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| Muotathal. – Die Alp Rotenbalm liegt etwas abseits des Wanderweges von Muotathal nach Riemenstalden, in der Goldplangg, am Fusse des Blüembergs. Hier gehen Melk Suter und dessen Sohn Kilian mit Freuden „z‘ Alp“. Der diesjährige Alpsommer ist etwas speziell, weil die Alphütte seit genau 150 Jahren in Familienbesitz ist. Dies belegt ein Kaufvertrag aus dem Jahre 1858 (das bekanntlich auch Gründungsjahr des Boten der Urschweiz ist). Darin steht, dass der Muotathaler Alois Suter („s‘ Länzä Wisi“) von Dominik Gwerder aus Morschach die Alpen Grindsblacken und Rotenbalm gekauft hat. Der Kaufpreis betrug 9‘670.32 Franken. Die beiden Alpen umfassen zusammen ein Gebiet von über 60 Hektaren. Melk Suter gehört bereits zur fünften Suter-Generation auf Grindsblacken-Rotenbalm. Er übernahm die Alpfahrt im Jahr 1969. Die Vorweide Grindsblacken und deren Gebäude sind in Privatbesitz des Älplers. Dies gilt auch für die Gebäude auf Rotenbalm, während das Land der Oberallmeind gehört. „Dass eine Älplerfamilie während 150 Jahren über sechs Generationen hinweg einer Alp treu bleibt, ist aus Sicht der Oberallmeind eine grosse Seltenheit und verdient eine spezielle Anerkennung“, erklärte Geschäftsführer Othmar Reichmuth auf Anfrage. |
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| Mild-würziger Alpkäse |
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| Da Suters im Winterhalbjahr nicht in der Landwirtschaft tätig sind, wird sämtliches Vieh von verschiedenen Bauern an die Sömmerung genommen. Im Durchschnitt werden 22 Kühe sowie 40 Stück Jungvieh gealpt. Die Milch wird zu mild-würzigem Alpkäse in hervorragender Qualität verarbeitet, was die Ergebnisse der alljährlichen Alpkäseprämierung bestätigen. „Mit dem Milchzukauf einer benachbarten Alp, verkäsen wir pro Sommer 30‘000 bis 35‘000 Liter Milch“, sagt Kilian Suter, der gelernter Käser ist und für die Käseproduktion verantwortlich ist. Der Alpkäse wird via Direktvermarktung abgesetzt. Zu den Abnehmern gehören zum Beispiel Hotels, Privatkunden oder Verkaufsgeschäfte, die über die Kantonsgrenze hinausreichen. |
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| Strassenbau brachte Erleichterung |
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| Bis 1997 war die Rotenbalm, deren Hütte 1504 Meter über Meer liegt, nur über einen steilen Fussweg erreichbar, und die Käsefabrikation nur bedingt möglich. So brachte der Bau einer Zufahrtsstrasse im Jahr 1998 eine grosse Erleichterung. Bereits ein Jahr später wurde eine schöne zeitgemässe Alpkäserei mit Wohnung und Stallung gebaut. Damit wurde der Grundstein gelegt, dass noch weitere Suter-Generationen („s‘ Länzä“) der Rotenbalm treu sein können, falls sie dies auch möchten. Der 25-jährige Kilian von der sechsten Generation kann sich jedenfalls nichts Schöneres vorstellen, als dort oben zu alpen. Dort, wo die Alpenrosen blühen, die „Munggen“ pfeifen und die Gämsen durch den Weidgang springen, aber auch dort, wo es manchmal gewaltig blitzt und donnert und die Natur recht hart sein kann. Aber, so sagt der junge Älpler aus Leidenschaft: „Hier oben ist man frei, hier ist das Leben spannend, weil kein Sommer gleich wie der andere ist.“ |
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| Seit sechs Generationen auf gleicher Alp: Melk Suter („s‘ Länzä Melk“/links) und Sohn Kilian sind Älpler aus Leidenschaft und gehören bereits zur fünften und sechsten Generation auf der Alp Rotenbalm. Bild: Guido Bürgler |