Tag der offenen Tür im Lipplisbüel
 
Die modern eingerichtete, neue Alpkäserei im Lipplisbüel ob Muotathal hat ihre Bewährungsprobe bestanden. Im ersten Alpsommer ist die Milch von 90 Kühen und 30 Ziegen zu Käse und Joghurt verarbeitet worden. Nun lädt die Älplerfamilie Betschart am nächsten Sonntag, 16. September, zum Tag der offenen Tür ein.
 
Von Guido Bürgler / (gb)
 
Muotathal. – Peter und Andrea Betschart-Walker sind leidenschaftliche Viehzüchter. Sie bewirtschaften das Heimwesen Plattenbach in Muotathal. Ein weiteres Standbein ist die Alpwirtschaft, seit 1990 gehen sie „z’ Alp“. Sie konnten von der Genossame Muotathal die Alp Lipplisbüel in Pacht nehmen und von privater Seite die Alpgebäude käuflich erwerben. Mit Mut und Risikobereitschaft - aber festem Glauben an die Zukunft -  fassten sie den Entschluss, eine neue, topmoderne Alpkäserei zu bauen, und die Produkte mittels Direktvermarktung abzusetzen. Als Vorbild diente die Alpkäserei der Gebrüder Pfyl auf Tröligen (Stoosalpen). Die Gebrüder Pfyl haben die Familie Betschart beim Planen und während der ganzen Bauzeit auf kollegiale Weise beraten.
 
Über hundert ähnliche Betriebe
 
Die neuen Gebäude - Alpstall und Käserei mit Wohnung - konnten pünktlich zum Beginn des Alpsommers 2007 bezogen werden. Nebst dem grossen 1400-Liter-Kupferkessi steht auch eine kleine Anlage zur Verfügung. Dort werden „Mutschli“ aus Kuh- und Ziegenmilch sowie Joghurt produziert. Geplant und hergestellt wurde die Anlage von Jakob Grob aus Chur. Grob verfügt über grosse Erfahrung, denn schweizweit hat er schon über hundert ähnliche Betriebe gebaut. Fachlich bestens unterstützt wurde das Älplerpaar durch den milchwirtschaftlichen Berater Koni Suter. Dieser setzt sich unermüdlich dafür ein, dass bei der Herstellung von Alpprodukten die nötige Hygiene eingehalten wird und die Qualität den hohen Anforderungen der Konsumenten zu genügen vermag.
 
Milch von fünf Alpbetrieben
 
Auf Lipplisbüel und Ahöreli sind heuer 18 Kühe, 30 Stück Jungvieh, 25 Schweine und 30 Ziegen gesömmert worden. Die eigene Milch wurde durch die Zulieferung von vier weiteren Alpen im Gebiet Lipplisbüel/Chinzertal ergänzt. Damit kam es erstmals in diesem Gebiet zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit über die Kantonsgrenze von Schwyz und Uri hinweg. Täglich ist die Milch von 90 Kühen verarbeitet worden. Auf die Frage, was und wie viel denn produziert wurde, rechnete Peter Betschart zusammen: „Wenn wir bis Ende September oben bleiben können, ergibt dies seit der Auffahrt am 23. Mai zirka 6 Tonnen Alpkäse, 800 Kilo Mutschli, 700 Kilo Ziegenkäse sowie 1'300 Liter Joghurt.“ Bei der Arbeit seien sie von einer Alpgehilfin, den Schwiegereltern sowie von Bruder Paul tatkräftig unterstützt worden, was man sehr zu schätzen wisse, erklärte Betschart. Aber auch die vier Kinder, die verschiedene altersgerechte Arbeiten ausführten, seien bereits eine echte Hilfe gewesen.
 
Offene Türen und Ländlermusik
 
„Wir konnten in diesem wettermässig ziemlich schlechten ersten Alpsommer viele wertvolle Erfahrungen sammeln“, erklärte Andrea Betschart. Man sei froh und dankbar, dass der Start gut geglückt sei, auch wenn man im nächsten Jahr noch das eine oder andere optimieren möchte, ergänzte ihr Mann Peter. Nach einem sehr gut besuchten 1.-August-Brunch lädt nun das Älplerpaar alle Interessierten zum Tag der offenen Tür ein. Dieser findet am nächsten Sonntag, 16. September, bei jeder Witterung statt. Beginn ist um 11:00 Uhr. Für eine gemütliche Atmosphäre wird die Ländlerkapelle Lindauer-Lagler („Lipplis-Huusmusig“) besorgt sein. Peter und Andrea Betschart sind auch in der IG „Alpchäsmärcht Muotital“ aktiv. Sie werden am Alpchäsmärcht, der am 27./28. Oktober in Muotathal stattfindet, zusammen mit 18 weiteren einheimischen Alpkäsern vertreten sein.
 
 
Die Älplerfamilie Betschart lädt am kommenden Sonntag, 16. September, auf der neuen Alpkäserei Lipplisbüel (Hürithal/Muotathal) zum Tag der offenen Tür ein. Bild: Guido Bürgler
 
 
Älplerin Andrea Betschart im gut gefüllten Käsekeller der neuen modernen Alpkäserei Lipplisbüel in Muotathal/Hürithal. Bild: Guido Bürgler
 
 
Der milchwirtschaftliche Berater Koni Suter (links) unterstützte das Älplerpaar im Lipplisbüel - Peter und Andrea Betschart - mit seinem Fachwissen. Bild: Guido Bürgler