| Ein Tagesablauf der Älplerin Rosmarie Schelbert |
| Erschienen im Prospekt zum 10. Muotitaler Alpchäsmärcht im Jahr 2005. |
| Unser Talbetrieb umfasst 18 ha mit 20 Milchkühen und etwas Jungvieh. Mitte Juni gehen wir mit dem Vieh für etwa 10 Tage auf den Unterstafel Brust. Nachher zügeln wir auf die Alp Tor. Da können wir bis zirka 10. September bleiben. Gesömmert werden durchschnittlich 35 Kühe und ebensoviel Jungvieh. |
| Während des Alpbetriebes helfen die Schwiegereltern mit, sowie ein landw. Angestellter und dann sind natürlich noch mein Mann und ich da. Von unseren vier Kindern sind Brigitte und Frowin bereits in der Lehre, Doris und Romy gehen noch zur Schule. |
| Um 6.10 Uhr ist es für mich Zeit zum Aufstehen. Zuerst gehts in die Käserei, Butter machen und modeln, Käse aus den Formen nehmen, beschriften und ins Salzbad legen. Käsekessi auswaschen und den Dampfkessel einheizen, damit mein Mann Simon nach dem Melken die Milch zu Käse verarbeiten kann. Um 8.00 Uhr gibts Frühstück, das meine Schwiegermutter zubereitet hat. Sie nimmt mir zum Glück viele Hausarbeiten ab. Anschliessend muss ich noch im Käsekeller die neuen Käse pflegen. Heute gehen wir im Talbetrieb mähen für Silofutter. Der Angestellte und unser Junior (er hat ein paar Tage frei) sowie Doris und ich fahren nach Hause ins Tal, wo zuerst die dreckige Alpwäsche sortiert und gewaschen wird. Nachher gehe ich noch Einkaufen und beliefere Kunden mit unseren Eigenprodukten. |
| 12.00 Uhr ist Mittagessen. Doris hat mir beim Kochen geholfen, weil ich wieder einmal knapp dran war. Mein Mann Simon ist inzwischen auch von der Alp angekommen. Nachmittags muss ich von Hand ausmähen und rechen. |
| Um 17.00 Uhr stillen wir unseren Hunger und mein Mann fährt mit dem Junior auf die Alp Tor zurück zum Melken. Wir arbeiten draussen weiter. Um 20.30 Uhr sind auch wir wieder auf der Alp und ich hänge noch den Rest nasse Wäsche zum Trocknen auf. |
| Nun nehme ich mir die Zeit, vor die Hütte zu sitzen, stöbere etwas in der Zeitung und geniesse einen wunderschönen Sonnenuntergang. Nach dem Alpsegen, den Simon gerufen hat, heisst es ab ins Bett, denn am nächsten Tag geht es etwa im gleichen Rahmen weiter. |